Ich finde es immer wieder interessant zu beobachten, wie Preise entstehen und welche Eigenschaften eines Produkts darüber entscheiden, ob es als wertvoll betrachtet wird oder nicht.
Fugu ist so ein Produkt. Es handelt sich um einen japanischen Kugelfisch, der vor allem als Delikatesse angesehen wird, weil er (auch für den Menschen) tödliche Mengen an Gift enthält, das den Fisch bei falscher Zubereitung zur Henkersmahlzeit werden lässt. Es gibt mehr als 20 essbare Fugu-Arten und bei jeder sitzt das Gift an einer anderen Stelle. Gerade wegen dieses Nervenkitzels (War der Koch auch wirklich gut und wusste er welche Teile er verwenden darf?) gilt Fugu nicht nur bei Japanern als Delikatesse und wird zu Kilo-Preisen gehandelt, bei denen einem schwindlig werden kann.
Der Fugu-Markt gerät aber gerade ins Wanken, da immer mehr Kugelfisch-Züchter ihre Fische mit neuen Futtermischungen füttern, die verhindern, daß die Fische Gift ansetzen. Bereits 90% aller verkauften Fugus sind völlig harmlos und ungiftig.
In Japan gibt es aber eine starke Lobby, die um ihre Pfründe bangt und ungiftigen Fugu am liebsten verbieten würde. Ein ganz normaler Fisch lässt sich nämlich nicht so gut vermarkten und teuer verkaufen, wie es bei einer potentiell tödlichen Speise der Fall ist.
Deshalb wurden auch die fast an deutsche Gesetze erinnernden japanischen Fugu-Bestimmungen noch nicht geändert, die alle Fugu-Restaurants verpflichten die giftigen Fisch-Bestandteile an bestimmten Sammelstellen abzugeben und den Export von nicht durch Japaner ausgenommenen Fugu verbieten.
Natürlich wird auch den Gästen in japanischen Restaurants gern verschwiegen, daß eins 90€-Fugu-Sushi auch nicht gefährlicher ist als eine Fisch-Boulette. Vielleicht sogar ungefährlicher…

Sieht irgendwie interessant aus, aber trotzdem boese. Wir Menschen brauchen mitlerweile den Kultstatus, genauso wie die Luft zum Atmen, na ja…