3 miese Tricks mit denen google Milliarden scheffelt

Vor 2 Tagen hat google ja die Zahlen für das 3. Quartal 2007 veröffentlicht – Umsatz: 4,23 Milliarden Dollar und Gewinn: 1,07 Milliarden Dollar, nach Steuern wohlgemerkt. Nicht schlecht für 3 Monate, oder?

Ein wenig evil sind sie schon, um diese Zahlen zu erreichen – 3 Tricks aus googles Mottenkiste:

1. Das Ding mit der Startseite und der Suche nach Domainnamen

Google ist auf Millionen von Computern als Startseite eingerichtet. Um seinen Nutzern das Leben zu erleichtern und die eigenen Einnahmen zu erhöhen, hat google ein kleines Javascript-Schnipsel in seine Seiten eingebaut, das den Cursor direkt ins Suchfeld setzt. Der Clou dabei, viele Nutzer geben (weil sie es nicht bemerken) in das Suchfeld die Adresse der Webseite an, die sie eigentlich direkt ansteuern wollten. Sie suchen also zum Beispiel nach www.apple.de oder telekom.de, obwohl sie die Seiten ja kennen.

Wenn sie den Fehler bemerken, sind sie meist schon auf der google-Ergebnisseite und clicken eben auf das erste Ergebnis, das dann meist eine adsense-Anzeige der jeweiligen Firma ist. Hier sieht man das einmal am Beispiel von apple.de:

Wenn man einen adwords-account hat, kann man mit einem Tool namens Traffic Estimator, schätzen lassen, wieviel es kostet für ein bestimmtes Keyword die Top-Position in den Suchergebnissen zu besetzen. Ich habe das mal spaßeshalber für apple.de, telekom.de und eplus.de gemacht. Allein für diese 3 Begriffe zahlen die Firmen täglich ca 200 Euro in googles Kasse,

(zum Vergrößern clicken)

Und jetzt überlegt mal, wieviel da zusammenkommt, wenn man alle Firmen in die Rechnung einbezieht, die auf ihren eigenen Domainnamen bieten. Nur weil der Cursor im Suchfeld sitzt und nicht wie normalerweise in der Adressleiste des Browsers.

2. adwords Einnahmen und adsense Auszahlungen

Wer mit google adwords Werbung schalten möchte, muß Vorauskasse leisten. Wer als Publisher dagegen adsense auf seiner Webseite anzeigt, wird frühesten 4 Wochen später dafür bezahlt. Das bedeutt,e google hat mindesten 4 Wochen, im Schnitt wahrscheinlich eher 6 Wochen Zeit mit dem Geld zu arbeiten. Da würde schon auf einem einfachen Tagesgeldkonto einiges zusammenkommen.

3. Dollar und Euro

Google berechnet seinen europäische adwords-Kunden die Clicks in Euro, die Publisher werden aber in Dollar bezahlt.Warum? Seit mehr als einem Jahr sinkt der Wert des Dollars gegenüber dem Euro. Solang der Dollar sinkt, macht google einen zusätzlichen Währungsgewinn. Ich würde jede Wette eingehen, daß google in dem Moment die Bezahlung seiner adsense-publisher auf Euro umstellt, zu dem dieser Währungstrend sich wieder dreht.

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14 Comments

  1. Posted 20. October 2007 at 21:20 | Permalink

    Die Überschrift passt ja perfekt zu dem BILD-Werbebanner, den ich da sehe. Bisschen reißerisch (aka Linkbait) halt. Schließlich scheffelt Big G ja nicht mit diesen “Tricks” so viel Geld, sondern es macht nur einen kleinen Anteil aus.

    Bei 1.) darf man durchaus davon ausgehen, dass Google das aus Usabilty Gründen macht (ist ja sinnvoll, wenn man bewusst auf die Seite geht). Dass es einen netten Nebeneffekt hat kann man aber nicht abstreiten. Allerdings frag ich mich auch, warum Firmen wie Apple mit Keywords werben, wo sie sowieso ganz vorne sind?!

  2. Posted 20. October 2007 at 21:30 | Permalink

    Naja, sie machen das, weil auch andere auf die Domainnamen bieten, bei apple zum Beispiel macangebote.de. Wenn apple da nicht mitmachen würden, wären sie erst der 2. oder 3. Link nach den Werbeanzeigen.

  3. Posted 21. October 2007 at 08:26 | Permalink

    Also ehrlich gesagt sind mir diese angeblichen “Tricks” von Google immer noch tausendmal lieber als dieses eklige blauarbeit.de-Banner, welches sich beim Lesen dieses Artikels über den Text legt und mit dem Du bestimmt auch den einen oder anderen Euro verdienst. :)

    Zu allem Übel kann man es (zumindest auf meinem Mac) nicht einmal weg klicken.

  4. Posted 21. October 2007 at 17:49 | Permalink

    und ausbezahlt wird ja auch nur ab 25 Euro/Dollar.
    Die ganzen kleinen bekommen erstmal nichts für ihre Adsense Werbung.

    Adsense ist aber trotzdem geil !

  5. Posted 21. October 2007 at 21:02 | Permalink

    @Andreas,

    so das Banner ist jetzt weg. Es hätte eigentlich am rechten Rand neben dem RSS-Button liegen sollen. Scheint aber nicht unter allen Browsernzu funktionieren.

    Es hat mir bisher übrigens nicht mal einen Cent eingebracht.

  6. Posted 22. October 2007 at 00:30 | Permalink

    Was AdWords für die Domainnamen angeht, stimme ich zu. Das viele User nach einer URL suchen, sieht man auch, wenn man das Google AdWords Keywordtool nutzt. Hier werden URLs oder URL Elemente immer wieder vorgeschlagen, so dass die User danach suchen.

    Adwords Werbung macht trotzdem hierfür in manchen Fällen Sinn, da man den User so gezielter ansprechen kann und direkt auf die abverkaufsstarken Landingpages leiten kann.

    Automatisierte BidManagement Lösungen zeigen auch, dass solche Kampagnen wirtschaftlich verlaufen, was bei Nichtschaltung der Anzeige nicht immer der Fall ist, da die User auf der Falschen Deeplinkseite auf der Zielurl einsteigen.

  7. Posted 22. October 2007 at 10:45 | Permalink

    Google ist trotzdem geil D:

  8. Posted 23. October 2007 at 00:06 | Permalink

    Im dritten “miesen Trick” steckt ein gewaltiger Denkfehler. Google rechnet Adsense in Dollar ab, soweit ist alles richtig. Jetzt mal ganz kurz drüber nachdenken, ob Du als Unternehmer das Wechselkursrisiko auf Dich nehmen oder lieber abwälzen würdest bzw. wie Du jedesmal Dein Adwords-Konto in Fremdwährung aufladen würdest (Stichwort: Umrechungsgebühren seitens Deiner Bank). Du kannst doch Google weiss Gott keinen Vorwurf für das Sinken des Dollarkurses im Vergleich zum Euro verantwortlich machen. Was sollen da Anleger sagen, deren Aktien, Fonds oder Optionen ebenfalls auf Dollar laufen? Das ganze nennt sich Wechselkursrisiko und sollte jedem Unternehmer bekannt sein. Wem es nicht passt, der muss ja auch keine Anzeigen über Adwords schalten, so jedenfalls meine Meinung.

  9. Posted 23. October 2007 at 00:29 | Permalink

    Ich möchte ja nicht, daß die Werbekunden in Dollar zahlen, sondern daß die europäischen Publisher in Euro bezahlt werden. Sobald der Dollar/Euro-Kurs wieder in die andere Richtung dreht, wird google das auch so machen.

  10. Posted 23. October 2007 at 19:04 | Permalink

    zu 2.) “Wer mit google adwords Werbung schalten möchte, muß Vorauskasse leisten.”

    Das ist nicht korrekt. Wir bezahlen per Kreditkarte und die Abrechnung durch Google erfolgt monatlich und zwar rückwirkend und nicht voraus.

    zu 3.) Das ist Quatsch. Das würde nur Sinn ergeben, wenn sich der Währungsunterschied innerhalb eines Monats signifikant verändern würde – das aber jeden Monat wieder. Es ist ja auch eher so, dass Google hier das Währungsrisiko komplett an die Publisher weitergibt. Das kann zum Vorteil oder zum Nachteil der Publisher sein, eben je nach Kursveränderungen. Natürlich wird Google versuchen auf absehbare Zeit hier auch Euro anzubieten, aber Einnehmen (Adwords) ist nun mal wichtiger als Ausgeben (Adsense), weshalb man bei Adwords eben weiter ist.

  11. Posted 24. October 2007 at 14:02 | Permalink

    Soweit ich weiß, wird adwords in Euro abgerechnet, weil die entsprechende Tochterfirma von Google in Europa sitzt.
    Die (andere) Tochterfirma, die sich mit Adsense beschäftigt, sitzt in Amerika.

    Das ist auch der Grund dafür, dass Adwords – Kosten nicht mit Adsense – Gewinnen verrechenbar sind (wenn man als Webmaster beide Dienste nutzt)

  12. Posted 26. October 2007 at 14:56 | Permalink

    Dennoch ist man der Dumme wenn man beide Dienste nutzt. Der fallende Dollarkurs schmerzt ja schon den ein oder anderen. Ich finde die Auszahlung in Dollar auch nicht gut aber was kann ich dagegen tun? Adsense abschalten wie schon so mancher Blogger in jüngster Zeit? Begrüßenswert wäre die Möglichkeit der Adsense Auszahlung in Dollar z.B. auf ein paypal Konto – damit könnte ich z.B. andere Dienste die in Dollar abrechnen zahlen oder auf Einkaufstour in USA gehen.

  13. Atze
    Posted 9. January 2008 at 12:18 | Permalink

    Ich möchte hier auch mal meinen Senf angeben!

    Zu 1.) Klar ist es eine kleine Sauerei, was die Cursorgeschichte angeht, aber es liegt vielleicht auch ein bisschen an der Dummheit der Leute. Und Google will nun mal $$$ verdienen, schließlich ist es das Ziel eines jeden Unternehmens.

    Zu Deinem fetten roten ovalen Kringel um die Apple-Seite und dem Begriff adsense-Anzeige muss ich Dich allerdings korrigieren. Es handelt sich hier um eine stinknormale AdWords Anzeige, nicht um eine von AdSense!

    Zu 2.) Das Vorkasse bei den AdWords Pflicht ist, ist Quatsch. Google berechnet erst nach ausgelieferten Keywords und Klicks.

    Was die Auszahlungsmoral angeht, gebe ich Dir vollkommen Recht!

    Zu 3.) Bei 3 stimme ich auch vollkommen mit Dir überein. Sich mit einfachen Mitteln und Methoden die Taschen
    füllen.

    Aber wenn man sieht was Google den Nutzern alles kostenlos zur Verfügung stellt, dann sollte man das alles nicht allzu überbewerten.

    Gruß, Atze

  14. Posted 3. November 2008 at 22:36 | Permalink

    Habe von meinem Provider einen Adwords Gutschein bekommen und den verbrauche ich gerade. Allerdings haben etliche “Stichproben” nicht ein einziges Mal meine Adwords-Anzeige zutage gebracht!?
    Erhöhten Traffik kann ich auf meiner Seite ebenfalls nicht feststellen. Dennoch steigt meine Adwordsrechnung täglich um 8-12 Euro. Die können mir viel erzählen. Ich werde Adwords nach dem Aufbrauchen des Guthabens nicht weiter nutzen. 40 Cent pro (angeblichen) Klick finde ich auch ziemlich viel.

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