Telepolis berichtet heute über ein interessantes Experiment, in dem Affenforscher mit Schimpansen eine abgewandelte Form des Ultimatumspiels gespielt haben. Menschen tendieren dabei dazu, unfaires Verhalten ihrer Mitspieler zu bestrafen, auch wenn sie daraus selbst Nachteile ziehen.

Schimpansen verhalten sich dagegen eher, wie Wirtschaftswissenschaftler, die nicht an Gerechtigkeit, sondern nur an der eigenen Profitmaximierung interessiert sind.

Die Forscher testeten dabei auch verschiedene Alternativen: nicht nur fair versus unfair, sondern auch unfair (8/2) versus besonders unfair (10/0). Das menschliche Verhalten hängt in diesem Szenario auch von den Möglichkeiten des Spielers 1 ab: Bleibt dem nur die Wahl zwischen unfair und megaunfair, akzeptieren sie auch die eigentlich unfaire Abteilung. Es geht dem Menschen also auch darum, ob sich jemand absichtlich oder gezwungenermaßen unfair verhält.

Den Schimpansen ist das alles egal - sie versuchen vor allem, ihren eigenen Profit zu maximieren. Beim Spiel fair versus unfair schlug Affe 1 schon einmal nur in einem Viertel der Fälle die faire Lösung vor (die dann auch immer angenommen wurde). Doch auch die unfaire Verteilung lehnte Affe 2 nur in fünf Prozent der Fälle ab. Die einzigen Angebote, die die Schimpansen öfter als zu 0 Prozent ablehnten, waren die, bei denen Affe 2 völlig leer ausging.

Zudem blieben die Tiere auch im unfairen Fall erstaunlich cool, während Menschen dann regelmäßig von Ärger berichten. Stiehlt den Schimpansen aber ein Genosse einen Teil des Futters, können sich die Tiere sehr wohl darüber echauffieren.

Alle, die sich ein wenig mehr mit dem Ultimatumspiel beschäftigen wollen, sollten diesen interessanten Beitrag lesen, der BWL-Professoren und die Erziehung ihrer Schützlinge zum Egoismus eine Hauptschuld an den sich in letzter Zeit sich häufenden Manager-Skandalen gibt.

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