Können Computer besser komponieren als Menschen? Nein werden jetzt sicher viele und ganz besonders die Musik-Liebhaber unter den Existenz24-Lesern aufschreien.
Genau wie 1985 die meisten Schachgroßmeister behauptet hätten, daß ein Computerprogramm niemals den besten Schachspieler der Welt besiegen könnte. Matthias Wüllenweber sah das anders und gründete zusammen mit Frederic Friedel die Firma Chessbase, die zunächst nur ein simples Datenbankprogramm zur Speicherung und Analyse von Schachpartien vertrieb, das dann aber nach und nach zum vollwertigen Schachprogramm Deep Fritz ausgebaut wurde, Deep Fritz besiegte schließlich 2006 den amtierenden Schachweltmeister Wladimir Kramnik. Heute gilt Deep Fritz als unschlagbar.
Nun hat sich Matthias Wüllenweber einem neuen Projekt verschrieben, das eine weitere kreative Domäne der Menschen knacken will. Ludwig ist ein Computerprogramme, das auf Knopfdruck neue, noch nie da gewesene Stücke komponieren kann. Im Oktober soll die erste Vollversion auf den Markt kommen:
So wie Fritz nach Regeln, welche die Erfahrungen aus ungezählten Schachspielen repräsentieren, den im Sinne dieser Regeln “besten” nächsten Zug kalkuliert, so findet Ludwig durch sein Regelwerk, das aus der klassischen Kompositionstheorie abgeleitet ist, den “besten” nächsten Ton.
Das Interface ist denkbar einfach: Man ruft ein Kompositions-Fenster auf, wählt Tempo und Tonart und gibt, unter Verwendung von Listen, Werte für die Parameter “Style”, “Melody Rhythm”, “Form” und “Arrangement” an. Mit diesem Input berechnet Ludwig dann die Musik, generiert eine Partitur und spielt über die Soundkarte eine entsprechende MIDI-Datei ab.
Für die im Oktober erscheinende Vollversion ist die Integration von VST-Instrumenten vorgesehen, so dass Ludwigs Kompositionen durchaus fett klingen könnten.
Mehr zu Ludwig gibt es auf telepolis.
Ich finde das Ganze sehr interessant und würde es sehr gern einmal ausprobieren. Ich frage mich, ob Dieter Bohlen sich schon in die Hosen macht.
Ein wenig erinnert mich das Ganze an das Glasperlenspiel von Hermann Hesse. Man muß die Zusamenhänge und Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Disziplinen erkennen und nutzen.




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