Ich habe einmal 10 Ratschläge zusammengefasst, die Kleinunternehmern dabei helfen können, professioneller aufzutreten.
1. Achte auf ein einheitliches Corporate Design!
Ein Corporate Design beinhaltet das gesamte visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens. Alle Elemente des Corporate Designs müssen unter einheitlichen Gesichtspunkten gestaltet werden. Ziel ist es, bei jedem Kontakt einen Wiedererkennungeffekt zu erreichen.
Um dies zu erreichen ist vor allem die Gestaltung der Kommunikationsmittel wichtig. Man sollte, wenn möglichst, alles was nach außen gelangt oder gelangen könnte, nach einheitlichen Corporate-Identy-Regeln branden.
Über Corporate Design wurden und werden ganze Bücher geschrieben. Als Mindestanforderung sollte man zumindest auf folgende Dinge beachten:
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einheitliches Logo & Slogan auf allen Korrespondenzen, Verpackungen, Prospekten, …
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einheitliche Schrifttypen und -größen in allen Briefen und Prospekten
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einheitliche Farbgestaltung
2. Kalkuliere Deine Preise!
Denken Sie über Ihre Preise nach! Wählen Sie immer krumme Preise. 3485€ klingt einfach professioneller als 3500. Auf diese Weise entsteht der Eindruck, daß Ihre Preise am Wettbewerb und knapp kalkuliert sind.
3. Sei informiert und stehe dazu!
Man sollte sich nicht dumm stellen, wenn man von seinen Kunden etwas über Konkurrenten gefragt wird. Kunden wollen sicher sein, daß sie es mit einem Profi zu tun haben, der gut informiert ist und über den Wettbewerb Bescheid weiß.
4. Wir sind stärker als ich!
Nutzen Sie Formulierungen wie „wir“, „unsere Firma“ statt „ich“ und „meiner“. „Das werde ich veranlassen“ oder „Darum kümmern wir uns“ ist professioneller und klingt nach einer größeren Firma als „Ich erledige das“.
5. Be positv!
Die Geschäfte laufen immer gut, manchmal sogar sehr gut! Falls sie einmal schlecht laufen, können Sie sagen, Sie seinen sehr beschäftigt. Das klingt wesentlich positiver und ist nicht einmal eine Lüge. Sie müssen sich ja schließlich darum kümmern, neue Aufträge an Land zu ziehen. Niemand möchte schließlich mit Verlierern Geschäfte machen!
6. Sei nicht stets verfügbar!
Ein erfolgreicher Unternehmer ist viel beschäftigt und hat nicht immer Zeit. Schlagen Sie deshalb bei Terminvereinbarungen besser konkrete Termine vor, als zu sagen, Sie hätten die ganze nächste Woche Zeit.
7. Feste Bürozeiten!
Es wirkt einfach unprofessionell, wenn man eine Email um 3 Uhr in der Nacht bekommt. Selbst wenn Sie sie um diese Zeit geschrieben haben, sollten Sie sie nur in der Kernarbeitszeit zwischen 8 und 20 Uhr verschicken.
8. Steh zu Deinen Preisen!
Machen Sie keine Abstriche bei Ihrem Honorar. Ein wenig Feilschen um Rabatte ist natürlich gestattet. Sie sollten aber niemals so viel Rabatt geben, daß der Kunde am Wert der zu bezahlenden Leistung zweifelt.
9.Sei erreichbar!
Sie sollten Ihren Kunden möglichst viele verschiedene Möglichkeiten zur Kommunikation geben (Email, Telefon, Fax,..). Haben Sie deshalb immer genügend aktuelle Visitenkarten bei sich und seien Sie sie nicht knauserig damit. Natürlich sollten Sie dann auch über diese Kommunikationskanäle erreichbar sein.
10. Kümmere Dich um Deine Stammkunden!
Man kann es gar nicht oft genug betonen, einen Stammkunden zu halten ist wesentlich einfacher und kostet viel weniger als einen Stammkunden zu gewinnen. Zu einem professionellem Customer-Relations-Management gehört es deshalb, diesem Umstand Rechnung zu tragen und sich um seine Stammkunden regelmäßig zu kümmern.




[Wir sind stärker als ich!]
Also von einer derartigen Einstellung kann ich nur dringend abraten. Das kann böse ins Auge gehen.
Wenn ich ein Einmann-Unternehmen bin, warum sollte ich mich grösser machen? Wer glaubt, dass der Kunde das nicht mitbekommt, hat die falsche Einstellung zum Kunden: Er unterschätzt ihn und riskiert, für einen Aufschneider, ja sogar für einen unseriösen Geschäftspartner gehalten zu werden.
Es macht doch vielmehr Eindruck und zeugt m.E. von Aufrichtigkeit und Professionalität zu sagen, ICH kümmere mich persönlich, ICH stehe dafür gerade, ICH helfe Ihnen, ICH bin Ihr Ansprechpartner … Gerade in Zeiten der unseligen Call-Center ist es eine positive Eigenschaft eines Unternehmens, direkt für den Kunden da zu sein, Verantwortung zu zeigen und dem Kunden zu signalisieren, ICH bin der richtige Partner.
My2cents: Erfahrungen aus gut 30 Jahren Unternehmertum.
Hallo Joachim,
vielen Dank für Deine Meinung und Dein Kommentar. Ich sehe es auch so, daß man als Kleinunternehmer den Vorteil ausspielen sollte, daß der Kunde immer den gleichen Ansprechpartner hat. Auch Aufrichtigkeit ist eine Tugend, die von den meisten Kunden sehr geschätzt wird.
Andererseits zieren sich aber auch viele große Firmen, Aufträge an kleine Unternehmen zu vergeben, weil sie Angst haben, daß diese der Aufgabe nicht gewachsen sind.
Dabei fällt mir ein kleines Beispiel von 3 befreundeten Architekten ein, die sich vor Jahren um den Auftrag für eine nordeuropäische Botschaft in Berlin beworben haben. Als sie in den Endausscheid mit einigen namhaften Architekten kamen und die den Auftrag vergebende Jury die übriggebliebenen Architekturbüros besichtigen wollte, haben die 3 kurzerhand für wenige Tage ein weit größeres Büro gemietet. 20 ihrer Feunde haben dort Ihre Rechner aufgebaut und der Jury dann hektischen Büroalltag vorgespielt.
Kann man ihnen das vorwerfen? Sie haben jedenfalls den Auftrag bekommen und durch dieses Referenzprojekt dann auch noch weitere.
Es ist ohne Frage ein zweischneidiges Schwert.
Hallo Ronnie,
weil Du ein so schönes Beispiel anführtest, kommen jetzt zwei aus meinem Geschäftsleben:
1. Als ich mit 25 mein erstes Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH gründete, schrieb ich meine Angebote und Briefe natürlich in der Wir-Form, schliesslich handelte es sich ja um eine “Gesellschaft”. Wie sehr mich dies aber beschränkte, erfuhr ich ziemlich bald: Ein marktführendes Gross-Unternehmen wollte mit mir ein wirklich grosses Projekt realisieren. Kurz vor dem Abschluss reisten einer der Geschäftsführer und zwei Prokuristen an. Innerhalb der ersten Gesprächsminuten traf mich die folgende Frage wie einen Keulenschlag: Sind Sie der einzige Mitarbeiter im Unternehmen? Natürlich musste ich mit Ja antworten. Die nächste Frage: Warum schreiben Sie dann immer von WIR? besiegelte das Meeting.
Muss ich besonders erwähnen, dass aus diesem Projekt nichts wurde -
2. Viele Jahre später stand ich in Verhandlungen mit einem Verlag in Berlin. Zu der Zeit arbeitete ich in der Rechtsform eines e.K. Ich hatte gelernt, meine Person als den alles entscheidenden Kopf darzustellen. Dem Kunden lag mein Projektvertrag vor und ich wartete auf sein OK. Gegen 15 Uhr am Nachmittag rief mich der Geschäftsführer an und kündigte für den anderen Morgen 10 Uhr sein Kommen an. Er kam in mein Büro (ca. 120 qm), sah sich alles an, trank Kaffee, plauderte gemütlich. Ich dachte schon, das wäre eine Finte, bis er den Vertrag aus der Tasche zog, ihn unterschrieb und ihn mir mit den Worten überreichte: Schön haben Sie’s hier, hier können Sie sicherlich gut für uns arbeiten. Sprachs und fuhr die 300 km wieder zurück.
Joachim, danke für Deine Kommentare.
Ich sehe es genauso. Warum etwas vortäuschen, was nicht da ist.
Ich glaube sogar, dass man damit selbst an Energie verliert.
Gerade die Authentizität (schwieriges Wort) ist eines der entscheidenden Merkmale erfolgreicher Unternehmer.
Und wenn ich authentisch bin, spielt es auch keine Rolle, wann ich meine E-mails schreibe - ob nun um 09.30 oder um 02.30 in der Nacht.
Wenn mich ein Problem so beschäftigt, dass ich darüber nicht schlafen kann, warum nicht dazu stehen.
Mir sind auf jeden Fall die Unternehmer lieber, die zu sich selbst stehen, mit allen Ecken und Kanten, als diejenigen, die nur so tun als ob …